1995

Manfred Eichler wird bei der Jahreshauptversammlung in seinem Amt bestätigt. Nachfolger des ausgeschiedenen Jugendleiters Rainer Herrmann wird Günther Brüstle, den ein Jugendausschuß bei seiner umfangreichen Jugendarbeit mit derzeit knapp 100 Jugendlichen unterstützen wird.
Für die Jugendlichen wird eine Skiausfahrt ins Zillertal durchgeführt. Durch solche Aktivitäten außerhalb des eigentlichen „Musikmachens" soll der Zusammenhalt gefördert und gefestigt werden.
„Sehr gut" lautet die Bewertung der Jugendkapelle beim Kritikspiel in der „Höchststufe" mit dem Selbstwahlstück „The New Village". Die Freizeit wird in Form eines Zeltlagers in Neckarsteinach durchgeführt.
Das Marktplatzfest steht unter dem Motto „Klingender Marktplatz". Mit dabei sind „Die jungen Würmtaler" aus Merklingen und die „Kracherl Buam", ein Quintett im Oberkrainer Stil. Die Musiker stammen aus den Reihen der Stadtkapelle Weil der Stadt und stehen unter der Leitung von Klaus Walter.
Es ist ein großer Tag für alle Musikfreunde: Die offizielle Einweihung vom „Haus der Blasmusik" im September. Endlich geht dieser lang gehegte Traum in Erfüllung. Im überfüllten Probenraum loben alle Redner die beispielslose Eigeninitiative der Helfer, angefangen vom Planer über die Helfer am Bau bis hin zu denjenigen, die als Mitglieder des Fördervereins um Spenden warben. Und von wegen Rentner - die Seniorentruppe hat alleine die Hälfte der Arbeitsstunden am Bau erbracht. Treffend beschreibt BM Sträub die Leistung mit den zeitgemäßen Worten seines Patenkindes: „Bärenstark und affengeil". Vor der eigentlichen Einweihungsfeier wird das Schild des Zugangswegs enthüllt. Nach dem Förderer der Blasmusik und der Stadt heißt dieser Weg jetzt „Raimund-Wolf-Weg". Im November findet in der bis auf den letzten Platz gefüllten Stadthalle der gemeinsam von Narrenzunft und Musikverein organisierte „1. Weil der Stadl" statt. Für die musikalische Unterhaltung sorgen fernsehbekannte Stars aus der Volksmusikszene und der „Edelweiß-Express" aus Merklingen.

 

 

 

1996

Bei der Jahreshauptversammlung wird Werner Wolbold zum neuen Musikervorstand gewählt.
Die Ski-Ausfahrt der Bläserschule, an der auch nichtskifahrende Mitglieder teilnehmen können, führt diesmal ins Stubaital.
Im März fährt die Stadtkapelle zum Internationalen Konzert nach Illkirch-Graffenstaden/ Elsaß. Die dortige Kapelle feiert unter Mitwirkung des MV Weil der Stadt ihren 135. Geburtstag. Das gemeinsame Konzert mit drei weiteren Kapellen aus dem Elsaß wird im neu eingeweihten Konzerthaus ein voller Erfolg und die langjährigen Kontakte werden vertieft. Die Weil der Städter laden ihre Gastgeber zu ihrem Jubiläum im kommenden Jahr nach Weil der Stadt ein.
Schwierige, höchst konzertante und abwechslungsreiche Konzertstücke prägen das Frühjahrskonzert im Mai. Das Große Vereinsorchester spielt unter anderen „Die Moldau" von Smetana und „Der Freischütz" von Weber.
Werner Wolbold, Stefan Krauss und Karlfriedrich Blumhardt erhalten für ihre Verdienste beim Bau des „Hauses der Blasmusik" als Hauptverantwortliche die Raimund-Wolf-Medaille. Fast hundert Kinder und Jugendliche befinden sich derzeit in der musikalischen Ausbildung. Sie spielen in der Jugendgruppe und in der Jugendkapelle zusammen und erhalten in der Regel zusätzlich einmal pro Woche Einzelunterricht. In diesem Jahr wechseln zehn Musiker in das Große Vereinsorchester. Neben ihren Auftritten beim Frühjahrskonzert, beim Straßen- und Musikfest steht im Oktober eine Fahrt samt Auftritt beim ehemaligen Stadtpfarrer Ritter in Laudenbach/Hohenlohe an. Selbst die Kleinsten haben ihren Auftritt: sie spielen immer beim vereinsinternen Vorspielabend. In diesem Jahr begeben sich die Musiker/innen der Jugendgruppe und der Jugendkapelle auf große Fahrt. Über Kiel und die Ostsee erreichen sie ihr Ziel Dals-Rostok im schwedischen Dalsland, rund 200 Kilometer nördlich von Göteborg. Jugendliche und Begleiter wohnen in einer Jugendherberge in typisch schwedischen Holzhäusern inmitten einer weitläufigen Parklandschaft samt zugehörigem Badesee. Beim Baden (trotz kalter Fluten), bei einer Kanutour durch die großartige Seenlandschaft und bei Partys stand das Erleben in der Gruppe im Vordergrund. Aber ein reines Freizeitvergnügen war die Reise trotzdem nicht. Ein Ständchen für den Vorstand des Musikkärs Äsensbruk Sigge Svartling zu seinem 75. Geburtstag, ein Konzert im Dalslandcenter, ein Konzert auf dem Marktplatz in Mellerud und ein Kirchenkonzert standen auf dem musikalischen Stundenplan der Reisegesellschaft. Jugenddirigent Markus Eichler war denn auch hochzufrieden ob des großen Publikumsinteresses und der Leistung seiner Nachwuchsmusiker.
Über die Haupttage der Heimattage Baden-Württemberg 1996 und während des Stadtfestes veranstaltet der MV sein Zeltfest auf dem Festplatz. Der zweite „Weil der Stadl" besteht aus einem Gala-Abend mit Stars aus Film, Funk und Fernsehen und dem Stadischoppen am darauffolgenden Sonntag. Viele fleißige Helfer von Musikverein und Narrenzunft verwandeln die kahle Stadthalle in den viel Gemütlichkeit ausstrahlenden Stadl. Die typische Stadiatmosphäre entsteht durch den Nachbau der Weiler Altstadt mit Kepler-Denkmal und der Silhouette der Stadtpfarrkirche St. Peter und Paul. Attraktionen beim Gala-Abend sind „Die Schäfer", das „Duo Sunshine", „Stefan Moll" sowie „Robby Walthes" und seine vorwitzig freche Bauchrednerpuppe „Archie".

 

 

1997

Manfred Eichler wird bei der Jahreshauptversammlung als 1. Vorsitzender in seinem Amt bestätigt.
Traditionell veranstaltet der MV in der heißen Phase der Weiler Fasnet seinen Musikerball; diesmal in der nach dem Motto „Weilantis" dekorierten Stadthalle. Nach der Auflösung der WDS Big Band sorgt die Nachfolge-Band „Uncle S." für die Tanz- und Stimmungsmusik. Ein volles Haus mit überschäumender Stimmung freut vor allem den Kassier.
Beim Frühjahrskonzert wird Manfred Eichler mit der Landesehrennadel ausgezeichnet. Die Stadtkapelle spielt in Heimsheim, Weilimdorf, Malmsheim, beim Weinbrunnenfest in Weil der Stadt, in Darmsheim und beim 100sten Geburtstag des MV Lyra in Eltingen zur Unterhaltung.
Das traditionelle Marktplatzfest wird um einen morgendlichen Flohmarkt erweitert. BM Sträub eröffnet die Hocketse mit dem Anstich des ersten Fasses. Nach den guten Erfahrungen beteiligen sich die am Marktplatz heimischen Gastronomiebetriebe bei den kulinarischen Genüssen. Das hierdurch entstehende Angebot erreicht dadurch eine auf Hocketsen normalerweise nicht vorhandene Bandbreite. Viel „Action" wird für die kleinen Besucher geboten. Schließlich sollen sich die Eltern möglichst ungestört von den kleinen Rackern unterhalten oder den musikalischen Darbietungen zuhören können. An den Festtagen wird im „Schummi-Fieber" an einem Rennsimulator die „1. Formel-l Stadtmeisterschaft" ausgefahren und der/die „1. Formel-l Stadtmeister/in" ermittelt. Für die Jugendlichen wird eine Freizeit in Schwäbisch Hall durchgeführt. Bei vielen Aktivitäten kommt jedoch auch die Musik nicht zu kurz.
Mit dem Stück „Children's suite" erreicht die Jugendkapelle beim Wertungsspiel in Leonberg-Eltingen die Note „Sehr gut".
Der Gala-Abend und der Stadl-Frühschoppen werden zum dritten Mal durchgeführt und stehen unter dem Motto „Für ein anderes Miteinander". Nach „d'r Kirch beginnt der sonntägliche Frühschoppen. Für das Programm sorgen die „Kracherl Buam" sowie der Fanfarenzug Weil der Stadt, die „Samba-Kids" aus Wiernsheim und die Countryfreunde Weil der Stadt. Die Clownsgruppe der Narrenzunft „AHA" sorgt dafür, daß bei den jüngsten Frühschoppengästen keine Langeweile aufkommt. Für das volkstümliche Programm des Gala-Abends sorgen der „Edelweiß Express" aus dem Stadtteil Merklingen, Toni Brandner mit seiner Bauchrednerpuppe „Quaky", die beiden Sängerinnen Mara Kayser und Edith Brock und das „pfundige Duo" Bettina und Schorsch. Die Jugendlichen spielen beim Weihnachtsmarkt in der Partnerstadt Riquewihr/Elsaß.

 

 

1998

Aus Anlaß des 160sten Geburtstages fand am Samstag, 16. Mai 1998 in der Stadthalle ein Internationales Jubiläumskonzert statt. Neben der Jugendkapelle und dem Großen Blasorchester des MV wirkt auch die „Musique Municipale Vulcania" aus dem elsässi-schen Illkirch-Graffenstaden mit. Zu den französischen Gästen pflegen die Weiler Musiker schon seit 30 Jahren freundschaftliche Kontakte. Fünf Musiker der ehemaligen Werkskapelle des Lokomotivwerkes „Vulcania" erhalten für ihre Verdienste um die drei Jahrzehnte dauernden Kontakte die Goldene Ehrennadel der Bundesvereinigung deutscher Blasmusikverbände. Nach der Begrüßung der Gäste durch Vorstand Manfred Eichler spielt die Jugendkapelle zum Auftakt der Begegnung die beiden Nationalhymnen. Musikalischer Höhepunkt des Großen Blasorchesters unter der Leitung von Stadtmusikdirektor Josef Polster sind fünf Sätze aus „Of Sailors and Whales" von Dr. Francis McBeth und der sinfonische Marsch „II Colesseo" von Luigi di Ghisallo. Die Gäste tragen unter der Leitung von Musikdirektor Serge Schmitthaeusler „Defile de la Garde Republicaine" und bekannte Filmmelodien unter anderem aus „The Lion King" von Elton John, „Indiana Jones" und „Jurassic Parc" von John Williams bei. Die Feierlichkeiten zum 160jährigen Jubiläum werden mit dem Festakt am 18. Juni und dem Zeltfest vom 19.-22. Juni 1998 fortgesetzt.