von 1961 - 1988

 

Im Jahre 1961 erfolgte ein erneuter Wechsel in der Leitung des Vereins. Als neuer Vorstand wurde Clemens Sattmann gewählt. Leider mußte der Weggang von MD Haase-Altendorf hingenommen werden. Erfreulicherweise konnte mit der Gewinnung von Kapellmeister Otto Oesterle die traditionsreiche musikalische Entwicklung fortgesetzt werden. Unter seiner Leitung konnte mit bestem Erfolg beim 5. Bezirksmusikfest des Bezirks Stuttgart-Filder 1961, beim Freundschaftstreffen in Spaichingen, beim Lehrkonzert am 25. November 1961 in Herrenberg als Vertreter der Kunststufe, für das Ansehen der Kapelle geworben werden. Da sich Clemens Sattmann ausdrücklich nur für 1 Jahr verpflichtet hatte, wurde bei der Generalversammlung am 6. Januar 1962 erneut zur Vorstandswahl geschritten. Auf dringendes Bitten erklärte sich Raimund Wolf wieder bereit, neben seinen vielen anderen Aufgaben, das verantwortungsvolle Amt des 1.Vorsitzenden zu übernehmen. Unter seiner organisatorischen Leitung fand im gleichen Jahr das 3. Bundesmusikfest in Ludwigsburg statt, bei dem auch unsere Kapelle einen schönen Erfolg in der Oberstufe mit einem 1. Rang und 116 Punkten bei einem internationalen Wertungsspiel erzielte. Rolf  Wiedemann wurde am 1. September 1962 neuer Dirigent der Stadtkapelle. Er übernahm die Leitung der Kapelle nachdem 1961 Musikdirektor Haase-Altendorf die Kapelle verließ und sein Nachfolger Kapellmeister Otto Österle bereits nach einem Jahr zurücktrat.
Der Nachwuchsfrage wurde ständig größte Aufmerksamkeit gewidmet. Am 26. Oktober 1959 wurde erneut eine Jugendkapelle gegründet. Die Ausbildung der Zöglinge erfolgte vornehmlich durch Jugendleiter Wenzel Walter jun. und bewährte, aktive Musiker.
Er leitete die Jugendkapelle bis 1976 und übergab sie nach einer beruflichen Veränderung an MD Rolf Wiedemann.

 Im Rahmen der 125-Jahrfeier richtete der Musikverein das erste Bezirksmusikfest des neugegründeten Bezirks Leonberg-Schönbuch, vom 21. bis 24. Juni 1963, aus. Im Juni 1965 fanden in Weil der Stadt die 2. Internationalen Musiktage statt. Eine der Gastkapellen, neben der 82. Army Band des 7. US-Corps, war die Musikar Asensbruk/Dalsland, Schweden. Dieser Kapelle stattete der Musikverein vom 2. bis 8. Juni 1966 im Rahmen einer Konzertreise durch Schweden einen Gegenbesuch ab.
Im darauffolgenden Jahr hatte die Stadtkapelle einen musikalischen Höhepunkt beim 4. Bundesmusikfest in Sindelfingen. Dort veranstaltete die internationale Volksmusikervereinigung (CISPM) ein Wertungsspiel, bei dem von ursprünglich 8 Kapellen sich noch 3 der internationalen Jury stellten. Die Stadtkapelle, als Vertreter der BRD belegte hinter einer Kapelle aus Luxemburg den zweiten Platz.
Nach längerer Zeit stand 1973 wieder eine Auslandsreise auf dem Programm. Diesmal führte die Reise mit dem Bus nach Ostrava/CSSR. Dies war die erste Reise der Stadtkapelle in ein Land des Ostblocks. Drei Jahre später folgte dann eine Reise in die völlig entgegengesetzte Richtung. Diesmal ging es über den Atlantik in die USA. Diese vom 1. bis 15. Juli 1976 dauernde Reise zur 200-Jahrfeier der USA, kann ohne Übertreibung als die für alle Beteiligten größte und schönste von allen doch schon öfteren Auslandreisen betrachtet werden.
1967 übernahm Johannes Koch das Amt des Jugendleiters und gab es 1978 aus gesundheitlichen Gründen an Richard Brüstle ab.

1978 startete der Verein eine Werbeaktion, die über die vereinseigene Bläserschule den Nachwuchs sichern sollte. Bevor die Bläserschule die neue Jugendkapelle stellen konnte, war für die noch bestehende 1979 ein großes Jahr. Neben vielen Auftritten seien hier zwei Ereignisse erwähnt:

Am 14. Juli 1979 eröffnete die Jugendkapelle das Sommerfest der Landesregierung Baden-Württemberg in der Villa Reitzenstein. Die am 2. August startende Englandreise war dann auch gleichsam der krönende Abschluß dieser Jugendkapelle. 1979 stand auch wieder einmal eine neue Vorstandswahl an. Neuer 1.Vorsitzender wurde Hans Rudolf Hüttemann, der Raimund Wolf ablöste. Ein Jahr nach seinem Rücktritt vom Vorsitz verstarb Raimund Wolf am 2. April 1980. Mit ihm starb einer der Hauptgestalter des Musikvereins Weil der Stadt und einer der Organisatoren des Blasmusikverbandes in Deutschland.
Vom 25. Juni bis 2. August 1980 ging die Stadtkapelle auf eine weitere Auslandsreise. Diesmal sollte Pecz/Meczekgebirge in Ungarn das Ziel sein.
Am 22. April 1982 beging unser Dirigent MD Rolf Wiedemann seinen 60. Geburtstag. Bei dem zu diesem Anlaß gegebenen Konzert spielte die Stadtkapelle am 24. April 1982 vor vollem Hause eigene Kompositionen unseres Dirigenten Rolf Wiedemann.
Nach 16 Jahren, beim Sommerfest 1982 konnte die schwedische Kapelle „MusikarÄsensbruk" wieder begrüßt werden. Auch konnte 1982 die Raimund-Wolf-Medaille vorgestellt werden. Sie soll an den langjährigen Vorsitzenden erinnern und wird an besonders verdiente Personen verliehen.

Beim 145jährigen Jubiläumskonzert 1983 traten die Stadtkapelle und der Männerchor des Sängerbundes Merklingen bei einem gemeinsam vorgetragenen Konzert auf. Ein durchaus gelungenes Experiment.
Beim Sommerfest 1984 veranstaltete der Musikverein sein erstes Weiler-Treffen. Hierbei traten Kapellen aus 4 Weiler Orten auf. So die Kapellen aus
Weil am Rhein,
Weilimdorf,
Weil im Schönbuch und
Weil der Stadt.
Eine gute Idee, die im Mai 1986 ihre Fortsetzung beim 2. Weiler-Treffen, diesmal in Weil am Rheinland.
1985 wurde der noch amtierende Vorsitzende Albert Braun gewählt. 1986 Wahl des Jugendleiters Peter Krauss, der 1988 von Rainer Herrmann abgelöst wurde. Zum Musikerfest vom 15. bis 18. August 1986 begrüßten wir unter anderem die Blaskapelle Zeljeznicar aus Koprivnica. Im selben Jahr entschloß sich die Stadtkapelle zu einem gelungenen Experiment. In der sonst veranstaltungsfreien Herbstzeit lud sie zum „Ball 86" ein, in dem das WDS Tanzorchester zum Tanz aufspielte. Dieser Herbstball findet seitdem seine jährliche Fortsetzung und wachsende Begeisterung bei den Besuchern.
Am 23. April 1988, beim Frühjahrskonzert, präsentierte sich die Stadtkapelle in ihrer neuen Uniform.
Eine Einladung zum Gegenbesuch der Blaskapelle Zeljeznicar führte uns vom 29. April bis 3. Mai 1988 nach Koprivnica/Jugoslawien.