Am 3. Juni 2016 reiste der Musikverein Stadtkapelle Weil der Stadt e.V. für drei Tage in die Silberstadt Schoonhoven, Niederlanden. Anlass war das 110-jährige Bestehen des Musikvereins TAVENU. Auf dem Programm standen musikalische Auftritte und ein Ausflug nach Rotterdam. Ein weiterer Höhepunkt war der Empfang durch den Bürgermeister Roel Cazemier  am 4. Juni im Rathaus von Schoonhoven. Zu diesem Anlass waren auch Weil der Stadts Bürgermeister Thilo Schreiber und Gerhard Weißenböck, 1.Vorsitzender des Kreisverbands Böblingen, angereist. Die beiden Musikvereine verbindet seit dem Jahr 1999 eine intensive Freundschaft, was sich auch durch mehrere gegenseitige Besuche manifestiert.

Am Freitag, den 3. Juni machten sich 42 Musiker der Stadtkapelle Weil der Stadt mit Stadtmusikdirektor Markus Eichler und vier Begleitpersonen um 5:30 Uhr morgens auf die knapp 600 Kilometer lange Reise nach Schoonhoven in den Niederlanden. Auf dem Weg dorthin wurde in Aachen Pause eingelegt. Nach einem deftigen Mittagessen im Brauhaus erlebten die Musiker eine abwechslungsreiche Führung durch die römische Bäderstadt, die am Brunnen mit schwefelhaltigem Heilwasser begann durch die Altstadt führte inklusive Verkostung der berühmten Aachener Printen und am Dom endete.

Herzlicher Empfang in Schoonhoven
Gegen 19 Uhr erreichte der Bus nach Stau auf der Autobahn und Umweg über einen engen Fahrraddamm mit leichter Verspätung das Ziel. Dort wurden die Gäste von zwei „Oranjes“ auf Fahrrädern zum Tavenu-Vereinsheim „Het Bastion“ eskortiert, wo die Schoonhovener Musiker bereits auf ihre deutschen Freunde warteten und ihnen einen herzlichen Empfang bereiteten. Für die musikalische Umrahmung sorgten derweil die „Vlisterzangers“ mit unterhaltsamen Liedern. Nachdem TAVENU vor zwei Jahren bei der „Cold Water Challenge“ (link zu Youtube https://www.youtube.com/watch?v=fSALA) verloren hatte, war es Ehrensache, für alle mehr als genug Getränke und Grillauflagen bereitzustellen. Als ein kleines Dankeschön überreichte Musikervorstand Klaus Walter der Gastgeberin und Vorsitzenden Ria Starrenberger eine „musizierende“ Narrenkappe und lud die TAVENU-Unterhaltungsband „Hazenpoten“ ein, gerne wieder die Weil der Städter Fasnet zu besuchen. Nach kurzer Unterbrechung, in der die Zimmer in Hotel, Pensionen und Massenquartier bezogen wurden, feierten spielten und sangen die Musiker – jung und alt – gemeinsam bis spät in die Nacht weiter.

Ausflug nach Rotterdam
Am Samstagmorgen stand zunächst ein Ausflug ins rund 30 Kilometer entfernte Rotterdam auf dem Programm. Pünktlich mit Erreichen des Containerhafens lichtete sich der Nebel, sodass es bei der eineinhalbstündigen Bootsfahrt vieles zu sehen und zu entdecken gab.
Der nächste Höhepunkt wortwörtlich war der 185 Meter hohe „Euromast“. Die rotierende Euroscoop-Gondel des Aussichtsturms schraubte die Musiker in luftige Höhen und ermöglichte einen atemberaubenden Rundblick über die Stadt. Gefühlt viel zu früh ging es danach schon wieder zurück nach Schoonhoven, wo man Käse einkaufen, etwas essen oder einfach nur kurz entspannen konnte.



Empfang im Rathaus und Konzert
Am Nachmittag trafen sich beide Musikkapellen, um in Uniform und mit Musik dem aufziehenden Gewitter und Regens trotzend durch den Ort bis zum Rathaus zu marschieren. Dort wurden sie von Bürgermeister Roel Cazemier empfangen. Auch Weil der Stadts Bürgermeister Thilo Schreiber und der 1.Vorsitzende des Kreisverbands Böblingen e.V. Gerhard Weißenböck hatten es sich nicht nehmen lassen, eigens zu diesem Anlass nach Schoonhoven zu reisen. In launigen Ansprachen erklärten die beiden Bürgermeister, wie wichtig ihnen die Freundschaft zwischen ihren Städten ist und wie die die Musiker die internationalen Beziehungen mit Leben füllten. Roel Cazamier überreichte der Weil der Städter Delegation einen Bildband von Schoonhoven und eine silberne Uhr,  während er im Gegenzug ein Gemälde von Weil der Stadt mit seinen Teilorten erhielt.
Eine Überraschung und Höhepunkt hatten Gerhard Weißenböck und Klaus Walter im Gepäck: Sie zeichneten im Namen des Blasmusikverbands Baden-Württemberg die Tavenu-Vorsitzende Ria Sterrenburg für besondere Verdienste um die Förderung der Blasmusik mit der Erich-Ganzenmüller-Medaille in Silber aus („Draag het in ere“!) . Danach ging es mit Marschmusik weiter zum Festgelände.



Nachdem sich das Gewitter verzogen hatte, spielte die Stadtkapelle Weil der Stadt abends ein kurzes Freiluftkonzert, bevor sie einer der weltweit besten Militärkapellen, der niederländischen „Marinierskapel der Koninklijke Marine“, Platz machte. Diese begeisterte zunächst mit konzertanter Musik und schließlich mit Big Band-Klängen die vielen Zuhörer, die an dem lauen Sommerabend die Open-Air-Atmosphäre genossen. Für Unterhaltung sorgte gegen später noch die „Steel Band“ mit karibischen Klängen.

Gottesdienst und Freiluftkonzert am Sonntag
Am Sonntagmorgen fand für die Weil der Städter Musiker ein Empfang mit Kaffee und Kuchen in der kleinen Kirche am nahegelegenen Park statt. Dort begrüßte Pfarrerin Roos Ritmeester die Gäste und gab einen kurzen Auszug zum Glauben der Remonstranten-Brüderschaft innerhalb der Schoonhovener Kirchengemeinde. Es folgte ein Freiluft-Gottesdienst an der „Großen Gracht“ im Park bei strahlendem Sonnenschein, der von den Gästen aus Weil der Stadt umrahmt wurde. Danach unterhielt die Stadtkapelle die Zuhörer mit einem launigen Platzkonzert.



Die Mitglieder beider Vereine aßen noch gemeinsam zu Mittag, bevor es gegen 14:00 Uhr schon wieder Zeit war, Abschied zu nehmen. Rund acht Stunden später waren die Musiker wieder zurück in Weil der Stadt. Sie werden aber sicher noch lange von dieser schönen Konzertreise und dem Besuch bei ihren Freunden in Schoonhoven erzählen.