Das Haus der Blasmusik

Anschrift

Raimund-Wolf-Weg 4
71263 Weil der Stadt

https://goo.gl/maps/et6Zcwrcr3H2

Erster Spatenstich

Zahlreiche Gäste konnte der Vorstand des Musikvereins Stadtkapelle Weil der Stadt Manfred Eichler am Sonntag, 27. März 1994 an der Baugrube des Vereinsheimes begrüßen: Bürgermeister Hans-Josef Sträub und Beigeordneten Manfred Bürklen, die beiden Pfarrer, Gemeinderäte, Geschäftsleute, Vertreter der Vereine, die Mitglieder des Musikvereins und „Zaungäste", die hinter dem Bauzaun auf den symbolischen Spatenstich für das neue Vereinsheim „Haus der Blasmusik" warteten. In der Sprache der Musik erläuterte Manfred Eichler, daß die Gespräche über ein Vereinsheim zuerst ganz leise und nur mit wenigen Eingeweihten geführt worden seien. Nachdem aber Chancen für eine Verwirklichung durch Vorgespräche mit der Stadtverwaltung gesehen wurden, wurden die Vereinsheimtöne schon lauter. Die aktiven Musiker wurden informiert, dann wurde in der Mitgliederversammlung darüber debattiert und abgestimmt. Mehrheitlich stimmten die Mitglieder zu. Dann hatte der Gemeinderat das Wort und der Verein erhielt das Gelände an der Eisenbahn auf Erbpachtbasis. Dafür galt der Dank der Verwaltung und den Damen und Herren des Gemeinderates. „Wer die Jugend gewinnt, gewinnt die Zukunft" fuhr Manfred Eichler fort. Zum Wohle der vielen Jugendlichen aber auch der anderen Vereinsmitglieder habe man nun mutig die Herausforderung angenommen.
Die Grundsteinlegung sei ein Tag der Freude, der Dankbarkeit und der Hoffnung, für die bisherigen Förderer und Gönner Ansporn und Verpflichtung. Dreimal treffe man sich bei so einem Bauvorhaben: bei der Grundsteinlegung, beim Richtfest und bei der Einweihung, berichtete BM Straub, zugleich stellv. Vorsitzender des Fördervereins. Neben der Bereitstellung des Grundes unterstützt die Stadt den Neubau durch einen Zuschuß in Höhe von 50 000 DM und Hans-Josef Sträub versuchte sogleich noch mehr Geld in die Plexiglasdose zu bringen, indem er den Spatenstich samt Button für 10 DM anbot; bei den Geldspenden nach oben hin aber keine Grenzen nannte. Sehr zur Freude der Anwesenden hatte Dirigent Josef Polster schon vorher einen Tausend-Mark-Schein in die Bauspardose geworfen. Den selben Betrag stellte auch Ehrenvorstand Albert Braun zur Verfügung. Unter seiner Vereinsführung war mit dem Bau gedanklich begonnen worden. Geplant wurde dieses Haus von Bauingenieur Karlfriedrich Blumhardt. Nachdem der MV in vielen Häusern der Stadt mit Noten, Uniformen und anderen Vereinsutensilien zuhause sei, habe er nun die neue Heimat geplant, berichtete der Bauleiter. Im Erdgeschoß entsteht ein Saal für 80 Personen samt Sozial- und Versorgungsteil. Im Obergeschoß sind das Dirigentenzimmer, kleinere Proben- und Abstellräume untergebracht. Umrahmt wurde die Feier von der Jugendkapelle, der Jugendgruppe und der Blockflötengruppe.
Um sich nicht zu verletzen, verzichtete Bürgermeister Hans-Josef Sträub auf den ersten Spatenstich. Er versprach statt dessen, einmal für die Samstagsverpflegung der ehrenamtlichen Vereinshäuslesbauer zu sorgen. Eine gute Idee! Die Helfer werden an diesem Samstag sicherlich zuhauf am Haus der Blasmusik schaffen und auf ihren Schultes mit Vesperkorb und Bierkasten warten. (Bemerkung der Redaktion: Das Versprechen wurde vom Bürgermeister an einem Samstag im August eingelöst!)

 

Gründung der Fördervereins

Nachdem die Mitgliederversammlung des Musikvereins Stadtkapelle Weil der Stadt am 26.9.1993 beschlossen hatte, ein Vereinsheim an der Eisenbahnstraße zu bauen, wurde am 20.12.93 der Förderverein „Haus der Blasmusik" gegründet. Ziel dieser Institution ist es, vielfältige Aktivitäten zu organisieren und Maßnahmen zur Unterstützung diese Vorhabens, wie zum Beispiel Spendenaktionen, Versteigerungen von Unterschriften bzw. Utensilien Prominenter (wie im Zeltfest geschehen), einzuleiten. Zum Vorsitzenden wurde Steuerberater Max Herrmann gewählt. Insgesamt haben sich 50 Personen zur Mitarbeit in diesem Verein bereit erklärt. So konnten neben Bürgermeister Straub und anderen Personen, die in Weil der Stadt Rang und Namen haben, u.a. auch die Landtagsabgeordneten Kipfer und Rückert gewonnen werden.
Der Förderverein hat es sich zum Ziel gesetzt, den stolzen Betrag von 150.000 DM durch Spenden oder Aktionserlöse zu erreichen, um die Finanzierung des Bauvorhabens mit zu sichern und das Fremdkapital so gering wie nur möglich zu halten. Für die Durchführung des Objektes ist die Gründung des Fördervereins mit seiner Unterstützung für den Musikverein von eminenter Bedeutung.
Dies ist auch der Beweis, daß der Musikverein als ein Kulturträger der Stadt mit seinen Anliegen von den Bürgern nicht im Stich gelassen wird.
Startschuß mit dem Verkauf von T-Shirts, Bierkrügen und Tassen mit dem Emblem „Haus der Blasmusik" fiel beim Musikfest. Auch als Weihnachtsgeschenk sicherlich eine nette Idee.

Richtfest "Haus der Blasmusik"

Bereits nach 7-monatiger Bauzeit konnten wir am Freitag, dem 28.10.1994 das Richtfest an unserer Baustelle an der Eisenbahnstraße feiern. Dank des Einsatzes vieler fleißiger Helfer, an 1. Stelle die sogenannte „Rentnertruppe", war es möglich, daß nach relativ kurzer Zeit der Rohbau in Eigenleistung noch rechtzeitig vor Winterbeginn vollendet wurde. Rund 5000 ehrenamtliche Stunden stecken bisher im „Haus der Blasmusik".
Frieder Mohr, früher langjähriger Musiker der Stadtkapelle und Ehrenmitglied im Musikverein, war es vorbehalten auf dem Gerüst den zahlreich erschienen Besuchern den Richtspruch vorzutragen. Im Anschluß ging es in die benachbarte Ausstellungshalle der Firma Autohaus Weeber, die freundlicherweise ihre Räumlichkeiten für die Richtfestfeier zur Verfügung stellte. Dort spielten dann die Jüngsten des Vereins, die Blockflötengruppe und danach die Jugendkapelle. In seiner Rede brachte der 1 .Vorsitzende Manfred Eichler seinen Stolz auf den Musikverein zum Ausdruck und bedankte sich bei allen Helfern und Spendern, sowie bei der Stadt Weil der Stadt für die Bereitstellung des Bauplatzes. Diplom-Ingenieur Karlfriedrich Blumhardt, früher selbst aktiver Musiker der Stadtkapelle, der für die Planung des Bauvorhabens uneigennützig verantwortlich zeichnet, teilte mit, daß noch vor Weihnachten das Gebäude „wind- und wasserfest" gemacht werden soll. Er überreichte Manfred Eichler symbolisch einen „Blitzableiter" für die kommende Zeit. MdL Rückert war begeistert von der Idee und der Schaffenskraft des Vereins. BM Sträub, der auch in seiner Eigenschaft als Fördervereinsmitglied sprach, teilte mit, daß neben dem städtischen Zuschuß eine Spendensumme von 100.000 DM angestrebt wird, die noch nicht ganz erreicht ist.
Die Gäste der Richtfestfeier wurden danach mit einem Wildbret und Semmelknödeln verköstigt. Herr Waidelich, der uns auch bei unserem Bauvorhaben großzügig unterstützt, hat dies als passionierter Jäger möglich gemacht und für die Richtfestfeier eigens für das richtige Richtfestmahl gesorgt. Die Bewirtschaftung erfolgte durch die Narrenzunft AHA.

Offizielle Einweihung des Haus der Blasmusik

Das wichtigste Ereignis des Jahres 1995 für den Musikverein fand im September statt: die Einweihungsfeierlichkeit für das „Haus der Blasmusik".
Noch vor der eigentlichen Zeremonie der Schlüsselübergabe wurde die ehemalige Eisenbahnstraße umbenannt. Ab jetzt heißt der Zugangsweg „Raimund-Wolf-Weg". Dies geschah auf Initiative des Ehrenvorsitzenden des Musikvereins, Albert Braun. Der so Geehrte widmete sein Leben der Musik und der Stadtkapelle. Er war auch als Funktionär beim Blasmusikverband überregional tätig gewesen und war zudem stellvertretender Bürgermeister in Weil der Stadt. Die Raimund-Wolf-Medaille ist heute die höchste Auszeichnung, die ein Musiker vom Musikverein Weil der Stadt erhalten kann. Die Enthüllung der Namenstafel nahm Irmgard Diebold und Schwiegertochter Renate Wolf zusammen mit BM Straub vor.
Dann folgte nach nur 18 Monaten Bauzeit, die offizielle Einweihungsfeier. Im Nachhinein gesehen war die Entscheidung, das Haus zu bauen, richtig. Dieser Meinung war auch Bürgermeister Sträub. Das unterstrich er auch gleich in seiner Rede, indem er das Motto, unter dem der Bau stand, zur Sprache brachte. „Wer die Jugend gewinnt, gewinnt die Zukunft".
War doch die Leistung aller Musiker und Gönner toll (der Planansatz der Eigenleistung wurde um 125% überschritten), so sollte man die der Seniorentruppe besonders hervorheben. Die Mitglieder dieser Truppe waren alle über 60 Jahre alt, in der Regel Rentner vom Bau-Fach und langjährige Mitglieder des Musikvereins. Sie allein erbrachten unter der Leitung von Stefan Krauss, Werner Wolbold und Adolf Schön über die Hälfte der gesamten Eigenleistung.
Dadurch und durch die großzügigen Spenden konnte das Bauvorhaben um ein Stockwerk ergänzt werden.
Dann kam der große Moment: der goldene Schlüssel ging an den 1. Vorsitzenden Manfred Eichler, der sich sichtlich gerührt für den „langersehnten Traum vom eigenen Heim" bei all denen bedankte, die bei dieser Wahnsinnsleistung mitgeholfen haben. Man kann dies eigentlich nur mit den Worten beschreiben, die BM Sträub von seinem Patenkind übernommen hat: „bärenstark und affengeil"!